Urteile zu Nebenkostenabrechnungen
Können jahrelang gezahlte Nebenkosten nachträglich zurückgefordert werden?
Zahlt ein Mieter jahrelang ohne Widerspruch Betriebskosten, die im Mietvertrag nicht ausdrücklich vereinbart sind, entsteht eine stillschweigende Vereinbarung über deren Umlage. Eine spätere Rückforderung ist dann ausgeschlossen.
Dürfen Kosten für Brandschutz-Feststellanlagen über die Betriebskosten abgerechnet werden?
Die Einbaukosten für Brandschutz-Feststellanlagen sind keine umlagefähigen Betriebskosten. Mieter sollten prüfen, ob in ihrer Nebenkostenabrechnung unzulässig Investitionskosten als laufende Kosten abgerechnet werden.
Darf der Vermieter die Nebenkostenvorauszahlung rückwirkend erhöhen?
Eine Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlung darf nur für die Zukunft gelten. Eine rückwirkende Belastung des Mieters ist unzulässig.
Ist der Erbbauzins als Nebenkosten umlagefähig? – AG Mannheim
Erbbauzinsen sind keine umlagefähigen Betriebskosten und dürfen nicht über die Nebenkostenabrechnung an Mieter weitergegeben werden. Eine variable Umlage im Mietvertrag ist unwirksam.
Müssen Erdgeschoss-Mieter Aufzugskosten zahlen? Urteil AG München
Befreit die Teilungserklärung Erdgeschoss-Wohnungen von Aufzugskosten, gilt diese Befreiung auch nach einem nachträglichen Einbau des Aufzugs. Ein Mehrheitsbeschluss der Eigentümer kann diese Regelung nicht aushebeln.
Können Aufzugskosten nur auf Eigentümer mit Aufzug umgelegt werden?
Die WEG darf per Mehrheitsbeschluss Aufzugs-Modernisierungskosten nur den Eigentümern mit Aufzug auferlegen. Die unterschiedliche Gebrauchsmöglichkeit in einer Mehrhausanlage ist ein ausreichender sachlicher Grund für die Änderung des Verteilerschlüssels.
Muss der Vermieter bei Heizkosten alle Rechenschritte offenlegen?
Der Vermieter muss bei jahresübergreifenden Energierechnungen nicht alle Rechenschritte zur Ermittlung der Jahres-Heizkosten in der Abrechnung offenlegen. Die Angabe des auf das Kalenderjahr entfallenden Gesamtbetrages genügt für die formelle Wirksamkeit.
Wem steht das Betriebskostenguthaben bei Insolvenz des Mieters zu?
Nach der Enthaftungserklärung des Insolvenzverwalters fällt das Betriebskostenguthaben nicht in die Insolvenzmasse. Vermieter zahlen das Guthaben korrekt an den Mieter direkt aus.
Kann der Vermieter die Nebenkostenabrechnung nachträglich korrigieren?
Die vorbehaltlose Zahlung einer Nebenkostenabrechnung stellt kein Schuldanerkenntnis dar. Der Vermieter kann die Abrechnung nachträglich korrigieren und eine Nachforderung geltend machen.
Muss ich Nebenkosten zahlen, die nicht im Mietvertrag stehen?
Eine allgemeine Nebenkostenklausel im Mietvertrag genügt nicht zur Umlage einzelner Betriebskosten. Eine stillschweigende Vertragsänderung durch Zahlung kommt nur bei ausdrücklicher Ankündigung neuer Positionen in Betracht.
Sind Centermanagement-Kosten in der Nebenkostenabrechnung zulässig?
Kosten für Centermanagement in Einkaufszentren sind in Formular-Mietverträgen oft unwirksam, weil der Mieter nicht erkennen kann, welche Leistungen darunter fallen. Auch unbegrenzte Instandhaltungskosten für Gemeinschaftsflächen dürfen nicht auf Mieter umgelegt werden.
Wohnfläche in der Nebenkostenabrechnung falsch – Wie muss ich als Mieter widersprechen?
Wer die Wohnfläche in der Nebenkostenabrechnung anzweifelt, muss konkret sagen, warum die Angaben falsch sind. Ein einfaches „stimmt nicht" reicht nach dem BGH nicht aus.
Muss der Verteilerschlüssel Personenmonate in der Nebenkostenabrechnung erklärt werden?
Der Verteilerschlüssel „Personenmonate" in der Nebenkostenabrechnung ist laut BGH aus sich heraus verständlich und muss nicht gesondert erläutert werden. An formelle Anforderungen dürfen keine überhöhten Maßstäbe angelegt werden.
Darf der Vermieter den Verteilerschlüssel einseitig festlegen?
Der Vermieter darf den Verteilerschlüssel für Betriebskosten einseitig bestimmen, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde und die Festlegung nach billigem Ermessen erfolgt. Der gesetzliche Verteilungsmaßstab nach Wohnfläche gilt dann nicht.
Muss der Vermieter geschätzte Heizkosten in der Abrechnung erklären?
Eine Nebenkostenabrechnung mit geschätzten Heizkosten ist formell wirksam, auch ohne detaillierte Erläuterung der Schätzmethode. Die Richtigkeit der Schätzung ist eine Frage der inhaltlichen Prüfung.
Sind Verwaltungskosten in der Nebenkostenabrechnung zu hoch?
Mieter, die Verwaltungskosten in der Nebenkostenabrechnung als überhöht beanstanden wollen, tragen die Beweislast. Pauschale Verweise auf günstigere Vergleichsobjekte reichen nicht aus – die Vergleichbarkeit muss konkret dargelegt werden.
Darf der Vermieter Heizkosten nach VDI 2077 abrechnen?
Der Vermieter darf bei Einrohrheizungen mit ungedämmten Leitungen die Heizkosten nach VDI 2077 abrechnen – ohne vorherige Ankündigung und ohne alle technischen Details in der Abrechnung aufzuführen.
Darf der Vermieter Heizkosten nach VDI 2077 abrechnen? – BGH-Urteil
Bei Einrohrheizungen mit ungedämmten Leitungen darf der Vermieter die Heizkosten nach VDI 2077 abrechnen – ohne vorherige Ankündigung und ohne technische Details in der Abrechnung offenlegen zu müssen.
Ist eine verspätete Heizkostenabrechnung automatisch eine Ausschlussfrist?
Eine im Mietvertrag vereinbarte Abrechnungsfrist für Heizkosten ist nicht automatisch eine Ausschlussfrist. Der Vermieter kann auch nach Fristablauf noch Nachforderungen geltend machen, solange die gesetzliche Frist von 12 Monaten eingehalten wird.
Darf ich Heizkosten um 15 % kürzen, wenn keine Vorerfassung stattfindet?
Fehlt bei unterschiedlichen Messverfahren im Gebäude die Vorerfassung der Nutzergruppen, darf der Mieter seine gesamten Heizkosten um 15 % kürzen. Grundlage ist die erteilte Abrechnung – eine Neuberechnung nach Wohnfläche ist nicht erforderlich.
Muss der Vermieter in der Nebenkostenabrechnung alle Rechenschritte offenlegen?
Der BGH senkt die formellen Anforderungen an Nebenkostenabrechnungen: Vermieter müssen keine Zwischenrechenschritte offenlegen. Es genügt die Angabe der auf die Abrechnungseinheit umgelegten Gesamtkosten.
Ist die Betriebskostenklausel im Mietvertrag unwirksam, weil sie auf eine alte Verordnung verweist?
Ein Verweis im Mietvertrag auf die außer Kraft getretene Anlage 3 zur Zweiten Berechnungsverordnung ist als Betriebskostenvereinbarung wirksam. Mieter können daraus keinen Rückforderungsanspruch für gezahlte Nebenkosten ableiten.
Darf der Vermieter Gartenpflege für einen öffentlichen Park auf Mieter umlegen?
Garten- oder Parkflächen, die der Öffentlichkeit gewidmet sind, verlieren ihren Bezug zur Mietsache. Die Pflegekosten dürfen dann nicht als Betriebskosten auf Mieter umgelegt werden.
Kann der Vermieter Nebenkosten ohne Abrechnung als Pauschale verlangen?
Eine mündliche Umwandlung von Nebenkostenvorauszahlungen in eine Pauschale ist nur wirksam, wenn alle Mieter beteiligt sind. Allein das Unterlassen einer Abrechnung durch den Vermieter stellt kein Angebot zur Vertragsänderung dar.
Darf der Vermieter eine Mindestmüllmenge in der Nebenkostenabrechnung ansetzen?
Der Vermieter darf bei verursachungsabhängiger Abrechnung der Müllkosten eine angemessene Mindestmüllmenge ansetzen. Dies ist mit § 556a BGB vereinbar und dient der Kostengerechtigkeit.
Nicht umlagefähige Kosten in der Nebenkostenabrechnung – Wann gilt die Einwendungsfrist?
Nicht umlagefähige Kosten wie Verwaltung oder Instandhaltung unterliegen grundsätzlich der Einwendungsfrist. Kennzeichnet der Vermieter diese aber selbst als nicht umlagefähig, kann er sich nach Treu und Glauben nicht auf den Fristablauf berufen.
Muss eine Kostenbefreiung in der Nebenkostenabrechnung auch gelten, wenn der Grund dafür weggefallen ist?
Eine Kostenbefreiung in der Gemeinschaftsordnung, die an eine bestimmte Nutzung geknüpft ist, gilt nur solange diese Nutzung tatsächlich besteht. Fällt der Grund weg, müssen die befreiten Einheiten wieder anteilig Betriebskosten tragen.
Verjähren Betriebskostennachforderungen? Kaution und Verjährung nach BGH
Verjährte Betriebskostennachforderungen berechtigen den Vermieter nicht mehr zur Befriedigung aus der Mietkaution. Betriebskostennachzahlungen sind wiederkehrende Leistungen im Sinne des § 216 Abs. 3 BGB.
Muss die Heizkostenabrechnung das Schätzverfahren erklären? – BGH-Urteil VIII ZR 261/15
Eine Heizkostenabrechnung ist nicht allein deshalb formell unwirksam, weil der Vermieter das angewandte Schätzverfahren nicht näher erläutert. Fehlende Angaben zur Schätzmethode betreffen nur die inhaltliche Richtigkeit, nicht die formelle Wirksamkeit der Abrechnung.
Muss der Vermieter einer Eigentumswohnung die Abrechnungsfrist einhalten?
Der Vermieter einer Eigentumswohnung muss die Nebenkostenabrechnung innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums erstellen – unabhängig davon, ob die Eigentümerversammlung die Jahresabrechnung bereits beschlossen hat.
Darf der Vermieter Rohrwärme bei verdeckten Leitungen in der Heizkostenabrechnung berücksichtigen?
Der Vermieter darf die Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 nur anwenden, wenn die Heizungsleitungen freiliegend und sichtbar verlaufen. Bei unter Putz oder im Estrich verlegten Leitungen ist diese Berechnungsmethode unzulässig.
Muss der Vermieter bei der Grundsteuer einen Vorwegabzug für Gewerbe machen?
Bei der Grundsteuer muss der Vermieter in gemischt genutzten Gebäuden keinen Vorwegabzug für Gewerbemieter vornehmen. Die Umlage nach dem reinen Flächenmaßstab ist zulässig.
Ist meine Nebenkostenabrechnung zu kompliziert? BGH zu formellen Anforderungen
Eine mehrseitige Nebenkostenabrechnung ist nicht formell unwirksam, nur weil der Mieter zwischen Seiten zurückblättern muss. An die Gestaltung dürfen keine überzogenen Anforderungen gestellt werden.
Können Müllgebühren umgelegt werden, wenn keine Mülltonne vorhanden ist?
Wenn laut Mietvertrag eine Umlage nach Mietfläche vorgesehen ist, der Vermieter aber einen anderen Schlüssel wählen darf, kann der Verzicht auf eine Mülltonne bereits von der schriftlichen Vereinbarung gedeckt sein – eine mündliche Absprache stellt dann keinen Schriftformverstoß dar.
Darf ich die Heizkosten-Ablesebelege der anderen Mieter einsehen?
Mieter dürfen Einsicht in die Heizkosten-Ablesebelege aller Wohnungen im Haus verlangen, ohne ein besonderes Interesse nachweisen zu müssen. Verweigert der Vermieter diese Einsicht, ist die Heizkostennachforderung derzeit nicht durchsetzbar.
Nebenkostenabrechnung zu spät erhalten – Muss ich trotzdem zahlen?
Die 12-Monats-Frist für Nebenkostenabrechnungen gilt auch dann, wenn keine Vorauszahlungen vereinbart wurden. Verspätete Nachforderungen sind ausgeschlossen.
Wie werden Zahlungen auf Mietrückstände verrechnet? – BGH-Urteil zur Nebenkostenabrechnung
Bei Teilzahlungen eines Mieters werden diese nach § 366 Abs. 2 BGB zuerst auf die Nebenkostenvorauszahlung und dann auf die Nettomiete angerechnet. Ältere Rückstände werden dabei stets vor neueren getilgt.
Wie werden Zahlungen auf Nebenkosten und Nettomiete verrechnet? – BGH-Urteil
Der BGH entscheidet: Bei unzureichenden Mietzahlungen werden diese zuerst auf die Betriebskostenvorauszahlung angerechnet, weil diese die „unsicherste" Forderung darstellt. Das hat direkte Auswirkungen auf die Prüfung von Mietrückständen und Nebenkostenabrechnungen.
Ist die Gebäudeversicherung mit Mietausfallschutz auf Mieter umlagefähig?
Die Kosten einer Gebäudeversicherung sind auch dann vollständig als Betriebskosten umlagefähig, wenn die Versicherung einen Mietausfallschutz infolge eines versicherten Gebäudeschadens einschließt. Nur eine separate Mietausfallversicherung darf nicht auf den Mieter umgelegt werden.
Dürfen Heizkosten nur nach Wohnfläche abgerechnet werden?
Heizkosten dürfen nicht ausschließlich nach Wohnfläche abgerechnet werden, wenn funktionierende Messgeräte vorhanden sind. Bloße Zweifel an der Richtigkeit der Verbrauchserfassung rechtfertigen keine Abweichung von der Heizkostenverordnung.
Darf ich die Miete mindern, wenn die Heizung oder Gastherme defekt ist?
Bei defekter Gastherme tritt die Mietminderung kraft Gesetzes ein – auch bei den Nebenkosten. Der Vermieter kann nicht einwenden, der Mieter habe die Wohnung gar nicht selbst genutzt.
Darf mein Vermieter Verwaltungskosten in der Nebenkostenabrechnung umlegen?
Verwaltungskosten dürfen in der Wohnraummiete nicht als Betriebskosten umgelegt werden. Eine im Mietvertrag separat vereinbarte Verwaltungskostenpauschale ist unwirksam – Mieter können gezahlte Beträge zurückfordern.
Muss der Vermieter 70 % der Heizkosten nach Verbrauch abrechnen?
Mieter können verlangen, dass Heizkosten zu 70 % nach Verbrauch abgerechnet werden, wenn das Gebäude bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Ein Verweis auf das bloße Kürzungsrecht reicht nicht aus.
Muss die tatsächliche Wohnfläche bei der Nebenkostenabrechnung gelten?
Bei der Abrechnung von Betriebskosten nach Wohnfläche ist stets die tatsächliche Wohnfläche maßgeblich. Die 10-Prozent-Toleranzgrenze für Mietminderungen gilt hier nicht.
Dürfen Heizkosten über Lüftung ohne Verbrauchserfassung umgelegt werden?
Vereinbaren Mieter und Vermieter eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung, dürfen Kosten für „Heizung über Lüftung" nicht einfach nach Fläche umgelegt werden. Eine ergänzende Vertragsauslegung zugunsten des Vermieters scheidet aus.
Muss der Vermieter Belegeinsicht gewähren, bevor ich Nebenkosten zahlen muss?
Wer eine Nebenkostenabrechnung nicht prüfen konnte, muss auch nicht zahlen. Der BGH stärkt das Recht auf Belegeinsicht und erklärt: Ohne Einsicht in die Belege ist die Zahlungsklage derzeit unbegründet.
Muss ein Erbe die Betriebskosten aus dem eigenen Vermögen zahlen?
Das bloße Unterlassen der Sonderkündigung nach § 564 Satz 2 BGB begründet keine persönliche Haftung des Erben für Betriebskosten. Diese bleiben Nachlassverbindlichkeiten und müssen bei beschränkter Haftung nicht aus dem Eigenvermögen bezahlt werden.
Heizkosten und Rohrwärme: Muss die Abrechnung korrigiert werden?
Ungedämmte Heizungsrohre unter Putz führen nicht automatisch zu einer fehlerhaften Heizkostenabrechnung. Der BGH stellt klar: Eine Korrektur der Verbrauchserfassung ist bei verdeckten Leitungen nicht zwingend vorgeschrieben.
Ist die Notdienstpauschale des Hausmeisters umlagefähig?
Die Notdienstpauschale für den Hausmeister ist nicht als Betriebskosten umlagefähig. Es handelt sich um Verwaltungskosten, die der Vermieter selbst tragen muss.
Muss der Vermieter in der Nebenkostenabrechnung erklären, welche Gebäude zur Gesamtfläche gehören?
Der Vermieter muss in der Nebenkostenabrechnung nicht erläutern, aus welchen Gebäuden sich die angegebene Gesamtfläche zusammensetzt. Fehlende Angaben zu Hausnummern oder Gebäudeteilen machen die Abrechnung nicht formell unwirksam.
Muss ich Grundsteuer zahlen, wenn sie im Mietvertrag nicht einzeln aufgeführt ist?
Die Klausel „sämtliche Betriebskosten" in einem individuell vereinbarten Gewerbemietvertrag kann ausreichen, um die Grundsteuer wirksam auf den Mieter umzulegen – auch ohne ausdrückliche Nennung dieser Kostenart.
Muss ich als Gewerbemieter Umsatzsteuer auf Nebenkosten zahlen?
Bei gewerblichen Mietverhältnissen mit Umsatzsteueroption fällt die Mehrwertsteuer auf sämtliche Nebenkosten an – auch auf Positionen wie Grundsteuer und Versicherung, die selbst keine Vorsteuer enthalten.
Dürfen Balkon und Terrasse bei Warmwasserkosten zur Wohnfläche zählen?
Balkone, Terrassen und Loggien dürfen bei der Berechnung der Wohnfläche für die Verteilung verbrauchsunabhängiger Warmwasserkosten anteilig berücksichtigt werden. Die Wohnflächenverordnung kann als Berechnungsgrundlage herangezogen werden, ist aber nicht zwingend vorgeschrieben.
Kann ich Nebenkostennachforderungen per Vergleich anerkennen? – BGH-Urteil VIII ZR 230/19
Wer Nebenkostennachforderungen vorbehaltlos per Vereinbarung anerkennt, kann formelle Mängel der Abrechnung nicht mehr rügen. Der BGH stärkt damit die Bindungswirkung von Vergleichen über Betriebskosten.
Muss der Vermieter auch Zahlungsbelege zur Nebenkostenabrechnung vorlegen?
Mieter dürfen neben Rechnungen auch Zahlungsbelege zur Nebenkostenabrechnung einsehen. Verweigert der Vermieter diese Einsicht, darf der Mieter die Nachzahlung zurückhalten.
Kann ich Betriebskostenvorauszahlungen zurückfordern, wenn der Vermieter nicht abrechnet?
Hat der Vermieter die Abrechnungsfrist versäumt und ist das Mietverhältnis beendet, kann der Mieter seine Vorauszahlungen nur für bestimmte Zeiträume zurückfordern. Entscheidend ist, ob die Abrechnungsfrist noch während oder erst nach dem Mietverhältnis ablief.
Belegeinsicht bei Subunternehmern – Wann muss der Vermieter mehr zeigen?
Das Belegeinsichtsrecht des Mieters erstreckt sich nur dann auf Rechnungen von Subunternehmern, wenn der Vermieter mit seinem Dienstleister keine eigene Vergütung, sondern nur eine Kostenerstattung vereinbart hat. Bei einer festen Vergütungsvereinbarung genügt die Einsicht in die Unterlagen zwischen Vermieter und Dienstleister.
Belegeinsicht Hausmeisterkosten: Welche Unterlagen muss der Vermieter vorlegen?
Bei reinen Kostenerstattungsverträgen zwischen Vermieter und Dienstleister können Mieter auch Einsicht in die Rechnungen von Subunternehmern verlangen. Das Wirtschaftlichkeitsgebot prüfen Mieter jedoch durch Vergleich mit Marktpreisen – nicht durch Kontrolle der Gewinnmarge.
Darf der Vermieter Heizkosten anhand von Wohnungen in anderen Gebäuden schätzen?
Bei einem defekten Wärmezähler darf der Vermieter den Heizungsverbrauch auch anhand vergleichbarer Wohnungen in anderen Gebäuden schätzen. Die Vergleichswohnungen müssen nicht zwingend im selben Haus liegen.
Sind Baumfällkosten in der Nebenkostenabrechnung umlagefähig?
Der BGH bestätigt: Kosten für das Fällen eines morschen oder nicht mehr standsicheren Baums gehören zu den umlagefähigen Gartenpflegekosten nach § 2 Nr. 10 BetrKV und dürfen in der Nebenkostenabrechnung auf Mieter umgelegt werden.
Muss der Vermieter Originalbelege zur Nebenkostenabrechnung vorlegen?
Mieter haben das Recht, die Originalbelege ihrer Nebenkostenabrechnung einzusehen – ohne dafür ein besonderes Interesse nachweisen zu müssen. Kopien oder Scans vom Vermieter reichen grundsätzlich nicht aus.
Darf ich Heizkosten um 15 % kürzen, wenn kein Wärmemengenzähler vorhanden ist?
Fehlt bei einer verbundenen Heizungs- und Warmwasseranlage der gesetzlich vorgeschriebene Wärmemengenzähler, steht dem Mieter ein Kürzungsrecht von 15 % auf die Heiz- und Warmwasserkosten zu – auch wenn in der Wohnung selbst Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler vorhanden sind.
Darf die Miete für Rauchmelder in der Nebenkostenabrechnung stehen?
Der BGH stellt klar: Kosten für die Anmietung von Rauchwarnmeldern sind keine umlagefähigen Betriebskosten. Mieter müssen diese Position in der Nebenkostenabrechnung nicht bezahlen.
Dürfen Kosten für Behältermanagement und Rauchmelder-Wartung auf Mieter umgelegt werden?
Der BGH bestätigt: Kosten für die Kontrolle und Nachsortierung von Restmüll (Behältermanagement) sowie für die Wartung von Rauchwarnmeldern dürfen als Betriebskosten auf Mieter umgelegt werden.
Sind Kosten für Müllmanagement in der Nebenkostenabrechnung erlaubt?
Kosten für ein externes Müllmanagementsystem – einschließlich Nachsortierung und Standplatzreinigung – sind grundsätzlich als Betriebskosten umlagefähig. Mieter tragen die volle Beweislast, wenn sie einen Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot geltend machen.
Darf der Vermieter Kosten für den Austausch von Rauchmeldern als Modernisierung umlegen?
Der bloße Austausch vorhandener Rauchmelder durch gleichwertige Geräte ist keine Modernisierung und berechtigt den Vermieter nicht zur Mieterhöhung – auch wenn der Ersteinbau nie zu einer Umlage geführt hat.
Muss der Vermieter Betriebskostenvorauszahlungen zurückzahlen, wenn er nicht abrechnet?
Rechnet der Vermieter die Betriebskosten nicht ab, kann der Mieter die geleisteten Vorauszahlungen vollständig zurückverlangen. Dies gilt auch nach Beendigung des Mietverhältnisses.
Darf der Vermieter Umsatzsteuer auf Nebenkosten doppelt berechnen?
Bei gewerblicher Vermietung in einer WEG darf der Vermieter Bruttobeträge aus der WEG-Abrechnung als Betriebskosten umlegen, wenn die WEG nicht zur Regelbesteuerung optiert hat. Eine Pflicht, die WEG zum Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung zu bewegen, besteht nicht.
Darf der Verteilerschlüssel für Nebenkosten per Mehrheitsbeschluss geändert werden?
Wohnungseigentümer dürfen den Verteilerschlüssel für Betriebskosten und Erhaltungsrücklage per Mehrheitsbeschluss ändern – auch wenn dies einzelne Eigentümer stärker belastet. Voraussetzung: Die bisherige Verteilung war sachlich nicht gerechtfertigt.
Ist die Öltankreinigung in der Nebenkostenabrechnung umlagefähig?
Die Kosten einer turnusmäßigen Öltankreinigung sind umlagefähige Betriebskosten der Heizungsanlage. Der Vermieter muss diese Kosten nicht über mehrere Jahre verteilen, sondern darf sie vollständig in der Abrechnungsperiode ansetzen, in der sie angefallen sind.
Sind Wartungskosten ohne Obergrenze in der Nebenkostenabrechnung zulässig?
Wartungskosten für Gemeinschaftsanlagen dürfen in formularmäßigen Gewerbemietverträgen nicht ohne Kostenobergrenze auf den Mieter umgelegt werden. Eine solche Klausel ist als unangemessene Benachteiligung unwirksam.
Sind Baumfällkosten in der Nebenkostenabrechnung umlagefähig?
Das Fällen abgestorbener oder kranker Bäume gehört zur umlagefähigen Gartenpflege nach § 2 Nr. 10 BetrKV. Eine Neuanpflanzung ist dafür nicht erforderlich.
Sind überhöhte Hausmeisterkosten in der Nebenkostenabrechnung zulässig?
Übersteigen die Kosten für Grünanlagenpflege und Sommerreinigung den durchschnittlichen Marktpreis um mehr als 20 %, liegt ein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot vor. Der Vermieter darf dann nur die marktüblichen Kosten auf den Mieter umlegen.